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Koldings Geschichte

Kolding – die Geschichte der Stadt in groben Zügen

Kolding wird das erste Mal in König Valdemars Jordebog (Jordebuch) von 1231 erwähnt. Wie lange die Stadt vor dieser Zeit existiert hat, wissen wir noch nicht. Archäologische Untersuchungen haben Lagen aus der letzten Hälfte des 12. Jahrhunderts nachgewiesen, die auf Grund von Tonscherben datiert wurden, die in diesen Lagen gefunden wurden. Aus der Mitte und der letzten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammen auch die ersten Anfänge von Koldinghus, Sct. Nicolai Kirche und Gråbrødrekloster, das da lag, wo jetzt die Klostergade ist. Das Letztgenannte wurde 1530 abgebrochen

Borchs HusKönigliche Aufmerksamkeit im Mittelalter und in der Renaissance.
Kolding war im Mittelalter eine bedeutende Stadt. Der König und sein Gefolge hielten sich regelmässig im Koldinghus auf und wichtige Verhandlungen haben hier stattgefunden. Die zentrale Lage der Stadt als Grenzstadt zu den Herzogtümern ist dafür natürlich ausschlaggebend gewesen.

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts an und bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts hat Kolding in besonderem Masse die Aufmerksamkeit der Königsmacht genossen. Christian III. erweiterte Koldinghus in den Jahren 1546 – 1558 und stiftete das Sct. Jørgens Hospital. Seine Königin, Dorothea, hatte nach dem Tod des Königs in Koldinghus ihren Witwensitz. Sie baute die Lateinschule (Latinskolen) und gründete die Schlossmühle (Slotsmøllen). Ihr Sohn Frederik II. schuf den grossen Tiergarten nördlich von Kolding und die Wildbahn, ein grosses Jagdrevier nördlich und westlich von Kolding, das später zum Koldinghus Rytterdistrikt wurde. In den Jahren um 1600 baute Christian IV. den Riesenturm auf Koldinghus mit dem Rittersaal und der neuen, grösseren Schlosskirche.


Das Interesse der königlichen Familie für das Koldinghus und die häufigen Aufenthalte im Schloss mit grossem Gefolge, führten bei vielen Stadtbürgern zu Wohlstand. Dazu kam, dass Kolding Sønderby eine der zwei Zollstellen für den Export von Ochsen nach Deutschland und Holland war. Dieser Export brachte auch viele Menschen in die Stadt.


Stagnation 1650- ca.1800
Die Kriege gegen Deutschland und Schweden im 17. Jahrhundert bedeuteten das Ende des Wohlstands. Krieg und Pest führten einen deutlichen Bevölkerungsrückgang mit sich, den die Stadt nur sehr schwer wieder ausgleichen konnte.
Die Konsumption, eine Umsatzsteuer auf allen Handel in der Stadt, von der Fredericia und Christiansfeld befreit waren, und die Versandung des Innenfjords bedeuteten, dass der Handel in Kolding stagnierte oder sogar zurück ging. Um 1800 herum war die wichtigste Einkommensquelle der Stadt die Branntweinbrennerei, die andere war Landwirtschaft und die dritte Handel. Mit dem Handel ging es in der folgenden Zeit stark aufwärts. Die Ausfuhr von Ochsen über Kolding war am Ende des 18. Jahrhunderts deutlich angestiegen. Ausserdem wurde der Kornhandel zu einem wesentlichen Faktor in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die besseren Anbaumethoden gaben eine höhere Kornproduktion, und die wachsende Bevölkerung in Europa nahm gerne dänisches Getreide ab. Für den Handel in der Stadt war es von entscheidender Bedeutung, dass 1843 ein richtiger Hafen in Kolding angelegt wurde.

Wachstum seit der Mitte des 19. Jahrhunderts
Die schleswigschen Kriege und besonders die Kämpfe bei Kolding am 23. April 1849 bedeuteten einen kurzzeitigen Stillstand für die Stadt, aber nach 1850 ging es wieder vorwärts. Die Zollgrenze wurde nach südwärts verlegt, die Konsumption wurde aufgehoben und die ersten Industriebetriebe wurden in der Stadt etabliert: Ziegeleien, Eisengiessereien und eine Möbelschreinerei. Es wurde zu einer wichtigen Vorraussetzung für den steigenden Handel, dass die ostjütische Eisenbahn ab 1866 einen Bahnhof in Kolding hatte. Ab 1870 gab es ausserdem eine Eisenbahnverbindung zu dem neuen Exporthafen Esbjerg. Nach und nach wurde das Strassennetz um Kolding herum auch ausgebaut, und 1898 bekam die Stadt ihre erste private Eisenbahn ins Umland, die Egtvedbane, gefolgt von den Sydbanerne und der Troldhedebane im Jahre 1911 beziehungsweise 1917.

Die Låsbygade wurde bis zum Anfang der 1870’er als die wichtigste Handelsstrasse der Stadt angesehen, aber als der Bahnhof am Hafen gebaut wurde, und die Schienenführung durch den südlichen Stadtteil geführt wurde, wurde das Handelszentrum nach und nach in das Jernbanegade/Østergade Quartier verlegt. Wo früher alles in den Kaufmannshöfen stattfand, wo man en gros und en detail handelte, spezialisierten sich jetzt einige Kaufleute mit einigen bestimmten Waren im Grosshandel, andere im Detailhandel. Daneben schoss eine Anzahl kleinerer Läden in den Strassen der Stadt in die Höhe.

Ein kommunales Gaswerk wurde 1861 angelegt, 1898 ein kommunales Elektrizitätswerk. Ein Wasserwerk bekam die Stadt 1886.

Ab den 1870’ern wuchs die Stadt schnell. Die vielen Zugezogenen, die besonders vom Umland und aus Sønderjylland kamen, fanden Beschäftigung im Handel und im Handwerk. Kolding wurde in dieser Periode das Zentrum für den Export von lebendem Vieh, besonders nach Deutschland. Neue Industrien entstanden, u. a. eine Tabakfabrik, eine Brauerei, Textilfabriken und Maschinenfabriken. Der Bevölkerungszuwachs schuf einen fast unstillbaren Bedarf and Wohnungen. Ab Anfang der 1880’er wurde im ganzen zentralen Teil der Stadt um- und neugebaut. Die alten Fachwerkhäuser wurden durch grundgemauerte und präsentable, mehrstöckige Häuser ersetzt. Neue Quartiere entstanden an allen Seiten der Stadt, an vielen Stellen mit dem Anfang als Gartengesellschaften.
Beträchtliche, öffentliche Investitionen, durchgeführt, um die Arbeitslosigkeit während und unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg zu senken, resultierten in den 1920’ern in einer sehr drückenden Steuerlast für die Bürger der Stadt. Die Einwohnerzahl ging zurück, aber stattdessen stieg die Bevölkerungszahl in den umliegenden Kirchspielen, weshalb 1930 eine Zwangseingemeindung der städtisch bebauten Teile der Nachbargemeinden durchgeführt wurde. Die Einwohnerzahl der Handelsstadt stieg und die Fläche der Stadt wurde verdoppelt. Die günstigen Folgen zeigten sich schnell. Die Stadt wurde nur in geringerem Grade von der grossen Arbeitslosigkeit Anfang der 1930’er getroffen. Die kleine Beltbrücke, die 1935 fertig war, war ein Vorteil für die Lage Koldings als Handelsstadt und Verkehrszentrum.

Kolding in der Besatzungszeit
Während der deutschen Besatzung 1940 – 1945 war ein grosse Anzahl Soldaten in Kolding stationiert, wo die Gestapo ab 1943 ihr Hauptquartier für das syd- und sønderjyske Gebiet im Staldgården hatte. Die Region III der Widerstandsbewegung hatte auch ihr Hauptquartier in Kolding, und man konnte die Folgen des Krieges ganz bis 1949 merken, als die letzten deutschen Flüchtlinge das Tvedvejlager verliessen, das ein Durchgangslager für alle deutschen Flüchtlinge in Dänemark war.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele alte Industrien geschlossen und neue sind dazugekommen. Die Entwicklung ist in Richtung Lebensmittelsindustrie und rostfreier Stahlindustrie gegangen, aber hat auch zu einer Reihe Firmen geführt, die vornehme Kunst produzieren.

In der gleichen Periode hat man sich bemüht, Kolding zu einem Ausbildungszentrum in Sydjylland zu machen. Das hat dazu geführt, dass die Stadt heute eine Reihe weitergehende Ausbildungen vorweisen kann. 1999 wurde Kolding mit einer Abteilung der Syddansk Universitet zur Universitätsstadt. Verkehrstechnisch liegt Kolding heute in der „Grosskreuzung“ des Landes mit Autobahnverbindungen in alle Windrichtungen. Internationalen Flugverkehr wickelt die Stadt über den Billund Lufthavn ab.

Die Hochkonjunkturen in den 1960’ern und am Anfang der 1970’er waren für Koldings alte Stadtmitte sehr schädlich – wie es auch in vielen anderen Kaufmannstädten des Landes der Fall war. Aber die grossen Abrissprojekte sind jetzt überstanden. Stattdessen hat Kolding sich an die Spitze von Stadterneuerung und Stadtsanierung gesetzt. Die Stadterneuerung in Kolding hat einen Umfang, der nur hinter Kopenhagen zurückstehen muss. Zuletzt wurde der Blick auf Koldings Südwestquartier durch ein Quartierverbesserungsprojekt gerichtet.

Ab der Mitte der 1980’er hat Kolding gute Hotel- und Konferenzeinrichtungen erhalten und das Kunstmuseum Trapholt, das wie das Museum im Koldinghus Ausstellungen arrangiert, die Interesse über die Stadtgrenzen hinaus wecken. Kolding Storcenter zieht auch Kunden aus einem grossen Gebiet an.

Kolding präsentiert sich heute als eine moderne Stadt, die ihre Geschichte und Identität behalten hat.

Von Birgitte und Poul Dedenroth-Schou

 

Mittwoch, Januar 12 2011

 

 


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